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Kategorie: Gedanken (Seite 1 von 2)

Ein aufmerksamer Autofahrer

Es ist ein Ewigkeit her, seitdem ich das letzte Mal etwas auf diesem Blog veröffentlicht habe aber mir ist gerade etwas passiert und da dachte ich, dass ich das mal wieder aufschreiben könnte. Ich bin joggen gewesen, wobei ich die meiste Zeit über vermutlich eher gemütlich laufen war und die Sterne beobachtet habe. Neben dem Radweg auf dem ich mich befand, ist eine normale Straße, immer mal wieder fuhr also vereinzelnd auch mal ein Auto vorbei. Eines viel mir besonders auf, es war etwas älter und daher lauter aber bei dieser Besonderheit blieb es nicht. Als es an mir vorbei war, hörte ich auf einmal das quietschen von Rädern hinter mir, ich fragte mich, was jetzt plötzlich los sei und drehte mich um, das Auto hatte eine Vollbremsung gemacht und fuhr jetzt ganz schön schnell Rückwärts zurück auf mich zu. Ich dachte zunächst, da sind ein paar Jugendliche am Werk, die ihr Auto ein bisschen ausreizen wollen aber, dass es dann auf einmal auf mich zukam fand ich schon etwas eigenartig, vor allem als es neben mir zum stillstand kam. Im Auto saß ein junger Mann (ich bin schlecht im Alter schätzen: 20-30), vom Wortlaut fragte er mich dann in etwa folgendes:

Was geht bei dir? Alles in Ordnung?

Ich bejahte seine Frage und meinte, ich würde nur noch etwas laufen. Er „ok”, und fuhr wieder weiter. Irgendwie hat ich das gerade ganz schön berührt. Es ist schön, dass es noch Menschen gibt, die auf ihre Umgebung achten und fragen, ob alles in Ordnung ist.

Schreiben

Ich denke sehr zwischspältig über das Schreiben. Ich liebe es Welten zu erschaffen und sie niederzuschreiben und zur selben Zeit hasse ich es.
Meiner Meinung nach gibt es zwei verschiedene Arten von Ereignissen innerhalb eines fiktionalen Textes:

  1. Geschehnisse, bei deren Planung man sich schon auf den Tag freut, an dem man sie endlich in Worte fassen darf.
  2. Geschehnisse, die man niederschreiben muss, obwohl man sie hasst, aus dem einfachen Grund keine Lügen, sondern die gesamte Wahrheit erzählen zu wollen. Es sind Ereignissen, die man zu Papier bringt, weil sie notwendig sind, und nicht weil man sie besonders gerne hat. Die größte Qual dabei ist immer die erneute Überarbeitung am Ende, denn eigentlich schreibt man diese Teile der Geschichte nur, um wieder zu denen des 1. Punktes zu gelangen.

Schreiben ist eine wunderschöne Tätigkeit, die ich wirklich gerne ausübe, aber trotzdem kostet sie mich zum Teil eine irre Überwindung.
Im Grunde ist es genauso wie auch mit dem Leben. Manchmal erleben wir Zeiten, die wir am liebsten überspringen würden, weil sie uns wehtun oder langweilen, uns bleibt dann nichts anderes übrig, als zu kämpfen – in der Gewissheit, dass irgendwann auch wieder Angenehmeres auf uns zukommen wird und zwar genau diese Art von Ereignissen, die unser Leben erst so wertvoll machen.

Fiktion, und damit zum Beispiel lesen, eröffnet einem die unterschiedlichsten Perspektiven auf diese Welt und deren Bewohner. Sie hilft einem dabei andere Menschen besser zu verstehen und gerechtere, sowie differenziertere Entscheidungen im alltäglichen Leben zu treffen.

Ich frage mich ununterbrochen, wie Menschen nur so grausam zueinander sein können, wenn auch zum (groß?)Teil nur unbewusst, und bin es dabei vermutlich selbst ohne es zu merken. Wir verstehen uns gegenseitig viel zu wenig und versuchen, glaube ich, in den meisten Fällen auch gar nicht etwas daran zu verändern. Durch dieses Unwissen verletzen wir unsere Mitmenschen mittels unüberlegter Worte und anderer Gesten, die von uns eigentlich gar nicht darauf ausgelegt waren irgendjemandem wehzutun. Ich glaube wir Menschen sollten einiges mehr an Zeit dafür einsetzen, unsere Mitmenschen zu verstehen. Ihre Beweggründe zu erkennen und sie zu begreifen versuchen.

Anderen zu glauben etwas sei unmöglich zu bewerkstelligen, zerstört jede Chance es doch zu schaffen.

Jeder sollte die Lebensweise und die damit verbundenen Entscheidungen eines anderen Individuums tolerieren, insofern sie keinem anderen schaden zufügen. Tut dies jemand nicht, offenbart er der Welt damit seine wahre Arroganz gegenüber allem, was nicht seinem eigenen selbst entspricht.

Ich glaube einer der wichtigsten Dinge, die man für einen anderen Menschen tun kann, ist gleichzeitig auch einer der leichtesten und zwar einfach mal zuzuhören, wenn es ihm schlecht geht oder er etwas zu sagen hat.


Falls der Inhalt dieses Video zutrifft und die Zeit wirklich nur eine Illusion sein sollte und das „jetzt“ nichts weiter als eine Art von Projektion einer wie auf einer Filmrolle schon vorhandenen Realität ist, gibt es dann überhaupt so etwas wie einen freien Willen und wenn nein, wie kamen dann diese ganzen in irgendeiner weiße schon existenten und in sich stimmigen Ereignisse, die jeder von uns sein Leben nennt, zustande? Wie entstand aus dem nichts ein genauer Ablauf aller Dinge? Was würde passieren, wenn wir die zukünftigen „Bilder“ dieser „Filmrolle“ sehen könnten und dann von ihnen abweichen würden? Könnten wir das überhaupt oder würde uns irgendetwas davon abhalten und wenn ja, wie würden wir davon abgehalten werden? Wenn auf dieser Filmrolle wirklich schon alles vorhanden ist, müsste dann nicht auch unser Versuch der Abweichung bereits darauf sein? Aber sobald wir wüssten, wann und wie wir versuchen werden von ihr abzuweichen, wäre es keine Abweichung mehr und wir würden uns vermutlich dazu entscheiden, es doch nicht zu tun. Praktisch gesehen würde das ja bedeuten, dass eine Abweichung überhaupt nich möglich ist, weil sie immer bereits existent ist. Aber insofern sich die Filmrolle nicht verändern kann, wenn sie es könnte, wäre sie ja nichts weiter als eine errechnete Prognose aus den aktuellen Situationen und wir würden nur gegen unseren eigenen Willen ankämpfen, wie wäre es dann möglich uns an einer Abweichung zu hindern? Die einzig für mich plausible Lösung in der wir unseren freien Willen bewahren würden, wäre wenn unsere gesamten Entscheidungen basierend auf unserem Willen bereits auf dieser eigenartigen Filmrolle existieren, wir sie aber nie zu Gesicht bekommen werden und können, bis ein Ereignis Eintritt und sie dadurch immer gleich und auch korrekt bleibt.

Ich finde die Aufforderung, sich zu entschuldigen oder auch die Aussage Entschuldigung irgendwie seltsam. Wenn man das Wort mal in „Ent“ und „Schuldig“ aufteilt, kann man es in etwa gleichsetzen mit die Schuld von sich nehmen. Seit wann kann man dies selbst tun? Die einzig logische Verwendungung, die aber, so zumindest mein Gefühl, kaum noch komplett genutzt wird, wäre um Entschuldigung bitten, oder?

Sobald man sich über etwas beschwert, sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie man dieses etwas verbessern könnte. Ob dabei auch etwas vernünftiges rauskommt, sei mal dahingestellt aber ohne überhaupt eine Versuchung zu erwägen ändert sich garantiert nichts.

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