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Kategorie: Gedanken

Ein aufmerksamer Autofahrer

Es ist ein Ewigkeit her, seitdem ich das letzte Mal etwas auf diesem Blog veröffentlicht habe aber mir ist gerade etwas passiert und da dachte ich, dass ich das mal wieder aufschreiben könnte. Ich bin joggen gewesen, wobei ich die meiste Zeit über vermutlich eher gemütlich laufen war und die Sterne beobachtet habe. Neben dem Radweg auf dem ich mich befand, ist eine normale Straße, immer mal wieder fuhr also vereinzelnd auch mal ein Auto vorbei. Eines viel mir besonders auf, es war etwas älter und daher lauter aber bei dieser Besonderheit blieb es nicht. Als es an mir vorbei war, hörte ich auf einmal das quietschen von Rädern hinter mir, ich fragte mich, was jetzt plötzlich los sei und drehte mich um, das Auto hatte eine Vollbremsung gemacht und fuhr jetzt ganz schön schnell Rückwärts zurück auf mich zu. Ich dachte zunächst, da sind ein paar Jugendliche am Werk, die ihr Auto ein bisschen ausreizen wollen aber, dass es dann auf einmal auf mich zukam fand ich schon etwas eigenartig, vor allem als es neben mir zum stillstand kam. Im Auto saß ein junger Mann (ich bin schlecht im Alter schätzen: 20-30), vom Wortlaut fragte er mich dann in etwa folgendes:

Was geht bei dir? Alles in Ordnung?

Ich bejahte seine Frage und meinte, ich würde nur noch etwas laufen. Er „ok”, und fuhr wieder weiter. Irgendwie hat ich das gerade ganz schön berührt. Es ist schön, dass es noch Menschen gibt, die auf ihre Umgebung achten und fragen, ob alles in Ordnung ist.

Schreiben

Ich denke sehr zwischspältig über das Schreiben. Ich liebe es Welten zu erschaffen und sie niederzuschreiben und zur selben Zeit hasse ich es.
Meiner Meinung nach gibt es zwei verschiedene Arten von Ereignissen innerhalb eines fiktionalen Textes:

  1. Geschehnisse, bei deren Planung man sich schon auf den Tag freut, an dem man sie endlich in Worte fassen darf.
  2. Geschehnisse, die man niederschreiben muss, obwohl man sie hasst, aus dem einfachen Grund keine Lügen, sondern die gesamte Wahrheit erzählen zu wollen. Es sind Ereignissen, die man zu Papier bringt, weil sie notwendig sind, und nicht weil man sie besonders gerne hat. Die größte Qual dabei ist immer die erneute Überarbeitung am Ende, denn eigentlich schreibt man diese Teile der Geschichte nur, um wieder zu denen des 1. Punktes zu gelangen.

Schreiben ist eine wunderschöne Tätigkeit, die ich wirklich gerne ausübe, aber trotzdem kostet sie mich zum Teil eine irre Überwindung.
Im Grunde ist es genauso wie auch mit dem Leben. Manchmal erleben wir Zeiten, die wir am liebsten überspringen würden, weil sie uns wehtun oder langweilen, uns bleibt dann nichts anderes übrig, als zu kämpfen – in der Gewissheit, dass irgendwann auch wieder Angenehmeres auf uns zukommen wird und zwar genau diese Art von Ereignissen, die unser Leben erst so wertvoll machen.

Fiktion, und damit zum Beispiel lesen, eröffnet einem die unterschiedlichsten Perspektiven auf diese Welt und deren Bewohner. Sie hilft einem dabei andere Menschen besser zu verstehen und gerechtere, sowie differenziertere Entscheidungen im alltäglichen Leben zu treffen.

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