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Kategorie: Texte (Seite 1 von 3)

Ein aufmerksamer Autofahrer

Es ist ein Ewigkeit her, seitdem ich das letzte Mal etwas auf diesem Blog veröffentlicht habe aber mir ist gerade etwas passiert und da dachte ich, dass ich das mal wieder aufschreiben könnte. Ich bin joggen gewesen, wobei ich die meiste Zeit über vermutlich eher gemütlich laufen war und die Sterne beobachtet habe. Neben dem Radweg auf dem ich mich befand, ist eine normale Straße, immer mal wieder fuhr also vereinzelnd auch mal ein Auto vorbei. Eines viel mir besonders auf, es war etwas älter und daher lauter aber bei dieser Besonderheit blieb es nicht. Als es an mir vorbei war, hörte ich auf einmal das quietschen von Rädern hinter mir, ich fragte mich, was jetzt plötzlich los sei und drehte mich um, das Auto hatte eine Vollbremsung gemacht und fuhr jetzt ganz schön schnell Rückwärts zurück auf mich zu. Ich dachte zunächst, da sind ein paar Jugendliche am Werk, die ihr Auto ein bisschen ausreizen wollen aber, dass es dann auf einmal auf mich zukam fand ich schon etwas eigenartig, vor allem als es neben mir zum stillstand kam. Im Auto saß ein junger Mann (ich bin schlecht im Alter schätzen: 20-30), vom Wortlaut fragte er mich dann in etwa folgendes:

Was geht bei dir? Alles in Ordnung?

Ich bejahte seine Frage und meinte, ich würde nur noch etwas laufen. Er „ok”, und fuhr wieder weiter. Irgendwie hat ich das gerade ganz schön berührt. Es ist schön, dass es noch Menschen gibt, die auf ihre Umgebung achten und fragen, ob alles in Ordnung ist.

Schreiben

Ich denke sehr zwischspältig über das Schreiben. Ich liebe es Welten zu erschaffen und sie niederzuschreiben und zur selben Zeit hasse ich es.
Meiner Meinung nach gibt es zwei verschiedene Arten von Ereignissen innerhalb eines fiktionalen Textes:

  1. Geschehnisse, bei deren Planung man sich schon auf den Tag freut, an dem man sie endlich in Worte fassen darf.
  2. Geschehnisse, die man niederschreiben muss, obwohl man sie hasst, aus dem einfachen Grund keine Lügen, sondern die gesamte Wahrheit erzählen zu wollen. Es sind Ereignissen, die man zu Papier bringt, weil sie notwendig sind, und nicht weil man sie besonders gerne hat. Die größte Qual dabei ist immer die erneute Überarbeitung am Ende, denn eigentlich schreibt man diese Teile der Geschichte nur, um wieder zu denen des 1. Punktes zu gelangen.

Schreiben ist eine wunderschöne Tätigkeit, die ich wirklich gerne ausübe, aber trotzdem kostet sie mich zum Teil eine irre Überwindung.
Im Grunde ist es genauso wie auch mit dem Leben. Manchmal erleben wir Zeiten, die wir am liebsten überspringen würden, weil sie uns wehtun oder langweilen, uns bleibt dann nichts anderes übrig, als zu kämpfen – in der Gewissheit, dass irgendwann auch wieder Angenehmeres auf uns zukommen wird und zwar genau diese Art von Ereignissen, die unser Leben erst so wertvoll machen.

Religionsunterricht an Schulen

Gut möglich, dass ich mir mit folgendem Beitrag einige Kritik einheimse, aber ich möchte dieses Thema jetzt einfach mal ansprechen, da es mir persönlich sehr wichtig ist.

Meiner Meinung nach hat Religionsunterricht absolut gar nichts an einer Schule zu suchen. Ich vertrete die Meinung Schulen sollten dafür da sein, Wissen weiterzugeben und keinen Glauben. Natürlich ist der Glauben der Menschen auch ein Teil unseres Wissens, daher muss ich meine erste Aussage noch etwas genauer Aufschlüsseln. Ich hätte zum Beispiel kein Problem damit, wenn man Religion als sachliches Thema angehen würde, doch leider geschieht dies nicht. Unter einem sachlichem Angehen verstehe ich, dass man nicht nur eine Religionslehre unterrichtet, den Schülern einredet nach dieser zu leben, und alles andere als falsch deklariert, was bei uns in Arbeiten, trotz richtiger Argumentation, leider durchaus vorkommt, sondern ihnen einfach völlig allgemein zeigt, an was die Menschen auf dieser Welt glauben. Ein solcher Unterricht ließe sich mit dem eigentlichen Ziel einer Schule, das Wissen der Welt und nicht irgendwelche Theorien zu vermitteln, ohne Probleme in Einklang bringen. Obwohl ich kein bisschen Gläubig bin, sehe ich durchaus etwas gutes in Religion, insofern sie nicht von der Kirche missbraucht wird, kann sie Menschen Trost spenden und sie auf einen moralisch richtigen Weg führen. Wichtig dabei ist nur, dass sie eine freiwillige Entscheidung sein sollte, ohne jeglichen Einfluss der Familie und erst recht nicht der Schule. Dies ist auch der Grund, wieso ich nicht mehr am Religionsunterricht teilnehme und stattdessen in Ethik gewechselt bin. Hier habe ich die Möglichkeit zu sagen, was ich glaube und denke, ohne irgendwelche vorgeschriebene Regeln zu beachten, deren Abweichung automatisch alles, was ich sage, ungültig machen. Wir haben dort die Möglichkeit über alle Religionen zu reden, uns selbst ein Bild zu machen und zu entscheiden, was wir glauben wollen.

Glaube ist letztlich eben nur, was auch der Name schon sagt, eine Vermutung und weiter nichts. Er ist keine feststehende Tatsache und sollte demnach auch nicht wie eine unterrichtet werden.

Fiktion, und damit zum Beispiel lesen, eröffnet einem die unterschiedlichsten Perspektiven auf diese Welt und deren Bewohner. Sie hilft einem dabei andere Menschen besser zu verstehen und gerechtere, sowie differenziertere Entscheidungen im alltäglichen Leben zu treffen.

Die Reise eines Wassertröpfchens

Meine Klasse bekam Gestern auf einem Arbeitsblatt folgende Aufgabe:

„Schildere die Geschichte eines Wassertröpfchens, das im indischen Ozean verdunstet und in Richtung Norden verdriftet wird.“

Ich habe dann so ziemlich die gesamte restliche Stunde, die Geschichte eines Wassertropfens aufgeschrieben, auch wenn die Aufgabe vermutlich nicht ganz so gemeint war, hat es irgendwie Spaß gemacht.

Es war einmal in einem kleinen Teil des indischen Ozeans, dort schwamm ein Wassertröpfchen, umgeben von seinen Freunden. Es besaß nicht viel aber es genügte um ein erfülltes Dasein zu genießen. Doch dann an einem Tag, der begann, wie jeder andere auch, sollte sich alles ändern. Unser Tröpfchen, das im übrigen Tröpfel hieß, war gerade unterwegs zu seiner täglichen Säuberungen durch einen der Filter, die irgendwie ins Meer gelangt waren, als es plötzlich fühlte wie etwas an seinem äußeren zu schwingen begann und sich langsam bis in seine innersten Moleküle vorarbeitete. Es fühlte sich, als würden die Atome, aus dem es bestand, einzeln aus ihm heraus gerissen werden. Es schrie, es hatte Angst. Nach einiger Zeit lies der Schmerz abrupt ab. Es wollte Prüfen, ob mit seinem Körper noch alles in Ordnung war, doch es fand keinen mehr. Es sah zu, wie er sich von seinen Freunden entfernte, begann langsam zu schweben, versuchte sich irgendwo festzukrallen; vergeblich. Es driftete weiter ab, stieg immer höher, bis seine Freunde endgültig verschwunden waren. Tröpfel war am Boden zerstört. Es war nicht genug gewesen seinen Körper zu verlieren, nein, das Tröpfchen verlor alles, was ihm jemals etwas bedeutet hatte. Es schwebte eine halbe Ewigkeit weiter nach oben, als es auf einmal etwas hörte. Es klang seltsam, beinahe wie Stimmen, aber wie konnte das sein? Die Stimmen wurden immer lauter und auf einmal nahm die Sichtweite immer weiter ab, bis es schließlich vollständig in Nebel gehüllt war. Es war umgeben von seines gleichen, umgeben von denjenigen, denen das gleiche Schicksal widerfahren war.
Tröpfel dachte immer noch sehr oft an seine alten Freunde, auch wenn seit seinem verschwinden bereits einige Zeit vergangen war. Man muss wissen, dass das Zeitgefühl und die Lebenserwartungen von Wassertropfen nicht etwa der, der Menschen entsprechen; so kann schon ein Tag im Leben eines Wesens wie unserem Tröpfchen, ihnen wie eine halbe Ewigkeit vorkommen. Wie auch immer, Tröpfel hatte wieder einige neuer Freunde gefunden und auch an sein neues, körperloses leben gewöhnte es sich allmählich.
Die nächste Veränderung sollte sich an einem Morgen, so unscheinbar, wie auch schon der Tag seines Verschwindens, ereignen. Es war gerade erst aufgewacht, als es plötzlich ein seltsames kribbeln verspürte, dort, wo vor einiger Zeit noch sein Körper gewesen war. Es fühlte sich immer schwerer und als es an sich herunterschaute, bemerkte es, dass auf wundersame weise sein Körper wieder aufgetaucht war. Erst freute es sich, wie schon lange nicht mehr, doch dann riss es urplötzlich nach unten. Es schwebte nicht mehr, es stürzte, in einer Geschwindigkeit, die sich nicht Beschrieben lässt, man müsste sie schon selbst am eigenen Leibe erfahren, um sie begreifen zu können. Es fühlte sich immer steifer und unbeweglicher, was nicht, wie es zuerst dachte, an der unglaublichen Geschwindigkeit lag, sondern an der Kälte; es gefror, konnte sich nicht mehr bewegen und krachte nach einigen weiteren Sekunden, die ihm vorkamen wie Jahre auf etwas hartes. Es zersplitterte und verlor das Bewusstsein.
Stimmen. Lauter werdende Stimmen. Bekannte Stimmen. Tröpfel erwachte und erkannte seine Freunde, die er seit seinem Aufsteigen in den Himmel nicht mehr gesehen hatte. Das Tröpfchen, bzw. seine Überbleibsel, waren noch eine ganze Weile auf dem harten etwas, auf dem es aufgekommen war gelegen. Irgendwann ist es dann aber, da es wärmer geworden war, aufgetaut und in den Ozean gerollt. Seine Bruchstücke hatten sich wieder zu einem Ganzen zusammengefügt. Die Natur hatte, wie es scheint, nicht nur ihn an einen anderen Ort verschlagen, die Meeresströmung hatte auch seine Freunde bewegt, und somit ihre Wiedervereinigung ermöglicht.

Das Ende ist, vor allem von den Formulierungen, etwas seltsam, ich weiß.

Von Geldlosen Gesellschaften und Ideen, die dann doch schon da sind.

Ein irgendwie lustig und sogleich deprimierendes Phänomen, welches (vermutlich) allen Leuten, die sich mit dem schreiben von Geschichten bzw. allgemein mit kreativer Arbeit beschäftigen, bekannt sein wird. Man hat eine interessante Idee, nur um dann kurz darauf zu merken, dass jemand anderem genau diese Idee auch schon mal gekommen ist. Mir ging es interessanterweise schon zweimal so in dieser Woche und beides mal handelte es sich, um Bücher des selben Autors, dessen Ideen sich mit den meinen überlagerten, und zwar Andreas Eschbach. Seine Bücher sind im übrigen sehr zu empfehlen!

Vor ein paar Tagen habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, wie man eine Gesellschaft realisieren könnte, in der kein Mensch mehr irgendetwas tun müsste, was ihm nicht wirklich zu 100% Spaß machte. Eine Gesellschaft in der Geld nicht mehr von Nöten ist. Gestern habe ich dann angefangen das Buch „Herr aller Dinge“ von oben genanntem Autor zu lesen und gemerkt, dass dieser sich genau diese Gedanken wohl auch schon mal gemacht hatte; nur im Unterschied zu mir, auch schon ein Buch darüber geschrieben hat. Er verfolgt zwar einen anderen Grundansatz aber das Resultat ist quasi das Selbe.

Meine Idee sah, in ihren Grundzügen wie folgt aus (wird vermutlich jetzt auch immer eine Grundidee bleiben):

Stellen wir uns einmal eine Gesellschaft vor, in der Arbeiter zu 99% überflüssig sind, die einzigen Jobs, die noch existieren sind die Programmierer und Ingenieure der Automatisierung aber auch diese können wir eventuell durch Programme ersetzen. Das einzige mit dem man in dieser Zeit noch Geld verdienen kann sind die kreative Berufe, wie das Schreiben von Büchern oder das Filmemachen (usw.). In Wirklichkeit ist es aber gar nicht notwendig etwas zu verdienen, da sich ein zentraler Staat der Automatisierung gebildet hat, welcher alles nötige produziert. Alle anderen Staaten liefern Rohstoffe, welche automatisch abgebaut werden, an diesen Maschinenstaat und erhalten als Gegenleistung, Produkte, die von unseren kreativen Leuten erdacht und automatisch Hergestellt wurden, zurück. Jedem Bürger eines jeden Staates steht nun ein solches Produkt zu, wenn er es denn benötigt. Was passiert aber, wenn die Rohstoffe einmal aufgebraucht sind, mal abgesehen von regenerierbaren? Hat man einfach welche Gefunden, die sich eben für alles einsetzen lassen und regenerierbar sind? Kann man alles perfekt wiederverwenden? Wenn ja hätten wir doch eine Gesellschaft, die ohne Geld (außer kreativer Berufe) auskommt, die frage ist dann nur was man sich von dem kreativ erarbeiteten Geld überhaupt noch kaufen sollte (außer vielleicht neue Produktionen (wie zum Beispiel einen Film zu finanzieren.), aber auch für so etwas kann ja im Grund jeder alle Güter haben, die er benötigt.). In einer solchen Gesellschaft, wäre eigentlich auch fast alle Kriminalität überflüssig, da diese ja meist irgendwie mit Geld, bzw. dessen Mangel zu tun hat.

Wer noch vor haben sollte dieses Buch zu lesen sollte nun NICHT weiterlesen.

Spoiler

Update: 18. Februar 2013 – Fazit (relativ Spoiler frei)

Spoiler

Ich frage mich ununterbrochen, wie Menschen nur so grausam zueinander sein können, wenn auch zum (groß?)Teil nur unbewusst, und bin es dabei vermutlich selbst ohne es zu merken. Wir verstehen uns gegenseitig viel zu wenig und versuchen, glaube ich, in den meisten Fällen auch gar nicht etwas daran zu verändern. Durch dieses Unwissen verletzen wir unsere Mitmenschen mittels unüberlegter Worte und anderer Gesten, die von uns eigentlich gar nicht darauf ausgelegt waren irgendjemandem wehzutun. Ich glaube wir Menschen sollten einiges mehr an Zeit dafür einsetzen, unsere Mitmenschen zu verstehen. Ihre Beweggründe zu erkennen und sie zu begreifen versuchen.

Anderen zu glauben etwas sei unmöglich zu bewerkstelligen, zerstört jede Chance es doch zu schaffen.

Jeder sollte die Lebensweise und die damit verbundenen Entscheidungen eines anderen Individuums tolerieren, insofern sie keinem anderen schaden zufügen. Tut dies jemand nicht, offenbart er der Welt damit seine wahre Arroganz gegenüber allem, was nicht seinem eigenen selbst entspricht.

Ich glaube einer der wichtigsten Dinge, die man für einen anderen Menschen tun kann, ist gleichzeitig auch einer der leichtesten und zwar einfach mal zuzuhören, wenn es ihm schlecht geht oder er etwas zu sagen hat.

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